Stadt Mahlberg

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    Orschweirer Wappen

    In Rot an goldenem Stiel mit vier grünen Blättern eine goldene Rose mit grünen Kelchblättern, überdeckt von einem goldenen Astschrägkreuz, das von je einem sechsstrahligen goldenen Stern beseitet ist.

    Wappen Orschweier

    In einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Verzeichnis der Besitzungen des elsässischen Klosters Eschau (südlich Straßburg), dessen Gündung man dem Straßburger Bischof Remigius (776 – 783) zuschreibt, wird auch villa (=das Dorf) Olswilere angeführt (Köbele/Siefert, Mahlberg-Orschweier). Anfangs des 14. Jahrhunderts fiel der Ort an das Hochstift zurück (Amtliche Beschreibung). Dieses hatte damit in der Folge nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt. Letzt bischöflich straßburgischer  Lehensinhaber war Johann Freiherr von Türckheim zu Altdorf. Er kaufte 1791 Orschweier von den Freiherren von Brandenstein (siehe auch unter Altdorf). Das Kloster Ettenheimmünster hatte noch bei seiner Aufhebung 1803 hier Güter und Rechte (Germania Benedictina). 1806 kam der reichsritterschaftliche Ort unter badische Landeshoheit (Hölzle). Orschweier war einst eigene Pfarrerei. Ihr Sprengel umfaßte auch das Dorf Mahlberg (Kauß, Pfarrorganisation). Nach dem Kirchenvisitationsprotokoll des Landkapitels Ettenheim von 1666 hatte die Kirche den heiligen Andreas als Patron (Heizmann, Lahr).

    Die Zeichen des abgebildeten Wappens sind schon auf einem Siegel mit der Jahreszahl 1679 zu erkennen. Das Generallandesarchiv hat ihnen 1903 die überlieferte Form gegeben. Über die Farben wurde damals nichts Näheres bestimmt. Das Innenministerium hat am 11. Februar 1965 der Gemeinde wunschgemäß das Wappen in den Farben verliehen, wie sie auf der alten Fahne des Männergesangsvereins von 1876 erscheinen. Die Symbolik von Blume und Sternen harrt noch immer der Klärung. Dass die beiden schrägekreuzten Astbalken auf den heiligen Andreas hinweisen, ist offensichtlich.

    Dieser Heilige war einer der zwölf Apostel. An einem Kreuz aus zwei Schrägbalken erlitt er den Märtyrertod. Das Andreaskreuz in der Form des griechischen Buchstaben Chi (= X) wurde schon in frühchristlicher Zeit als Abkürzung des Namens Christi gebraucht.  Im Volksglauben gilt es als bltzabwehrend (LThK). Als Schrägkreuz wird es auch Burgunderkreuz genannt; der Apostel war der Patron des Hauses Burgund. So ist es auch zum heraldischen Zeichen des 1430 von Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, gestifteten Ordens vom Goldenen Vlies geworden (Procházka).